Western
Mit der Veröffentlichung des Films „Der große Eisenbahnraub“ gelangte in das neue Medium Film ein Genre, welches dieses bis heute begleitet: Der Western.
Zwar wird das Genre seit Mitte der 70er Jahre immer wieder als tot gesagt erklärt, jedoch gibt es auch heute in regelmäßigen Abständen Wiederbelebungen mit Filmen wie „Der mit dem Wolf tanzt“ oder „Erbarmungslos“. Seine Glanzzeit hatte dieses Genre jedoch definitiv zwischen den 50ern und 70er Jahren, in denen nicht nur viele Filme in diesem Milieu spielten, sondern auch einige noch heute bekannte Serien, und eine Vielzahl Schauspieler durch die Western berühmt wurden.
Ursprünglich gab es nur den klassischen Western, der stark auf gut und böse festgelegt war und sich in allen Bereichen wie Handlung, Orte und Stilmittel festlegte. Die Handlung spielte in einer Stadt, einer Siedlung oder einem Indianerdorf und der ausschließlich Gute musste stets gegen den ausschließlich Bösen kämpfen – nicht selten auch um eine Frau. Die Auflösung des Konflikts fand in der Regel immer in einem Showdown, in Form eines Duells Mann gegen Mann, manchmal auch Gruppe gegen Gruppe statt.
Die Motive des klassischen, aber auch der später folgenden Abstufungen des Genres waren stets die Erfahrung, bis hin zur Selbsterfahrung, an der westlichen Grenze und die gesellschaftliche Erneuerung. Die zivile Ordnung wurde durch Gewalt gestört und musste durch Gewalt zurückerobert werden. Der Zeitraum, der mit Western abgedeckt wird, beträgt die Zeit zwischen den französisch-britischen Kriegen vor Amerikas Unabhängigkeit, in denen man langsam in die Berge gen Westen vordrang, bis hin zum Sezessionskrieg und teilweise bis in die 80er Jahre des 19. Jahrhunderts. Umfasst wurde die Eroberung und Besiedlung des Westens, samt der Kriege gegen die Indianer und in einigen Gebieten Mexikaner, und die Zivilisierung und Erschließung dessen mit Stadtgründungen, Eisenbahnbau und Herstellung bekannter, gesellschaftlicher Ordnungen.
Mit der Regieführung von John Ford veränderte sich der klassische Western langsam. Es gab nicht länger mehr das schwarz-weiß-, das gut-böse-Denken. Seine Charaktere, zumeist gespielt von dem bekanntesten Westerndarsteller John Wayne, bekamen Vielschichtigkeit und waren sowohl gut als auch böse. Der klassische Western wurde Anfang der 60er Jahre immer mehr durch den epischen und teilweise psychologischen Western verdrängt. Ihm auf dem Fuße folgte Ende desselben Jahrzehnts der Italo-Western, der das Genre bis Mitte der 70er Jahre beherrschte und scheinbar abzuschließen schien.
Die bekanntesten Vertreter der Westernfilme und –serien sind wohl „Rauchende Colts“, „Bonanza“, „Winnetou und Old Shatterhand“, „High Noon“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“. Aber besonders die Filme und Komödien der Italo-Western-Zeit mit Clint Eastwood, Terence Hill und Bud Spencer sind auch heute noch bekannt und beliebt.