Kriegsfilm
Als Kriegsfilme werden Kino- oder TV-Filme bezeichnet, in denen ein Krieg als Handlungshintergrund für die mitwirkenden Personen dient. Dabei werden vor allem moderne Kriege, ab dem amerikanischen Bürgerkrieg, als Kriegfilme angesehen, wobei sich die Filme über den Sezessionkrieg häufig auch mit dem Westerngenre vermischten. Filme, die vor dieser Zeit spielen, wie z.B. „Waterloo“ oder „Krieg und Frieden“ werden eher dem Historienfilm-Genre zugerechnet. Die meisten Kriegsfilme spielen vor allem im 2. Weltkrieg, von dem es eine riesige Anzahl an Kinofilmen oder TV-Produktionen gibt. Auf eine große Anzahl von Kriegsfilmen kommen auch der 1. Weltkrieg und der Vietnamkrieg. Dokumentarfilme über den Krieg werden jedoch nicht dem Kriegsfilmgenre zugerechnet.
Charakteristisch für einen Kriegsfilm ist die Vermischung von historischer Wirklichkeit und Dichtung. So dienen häufig, in der Vergangenheit stattgefundene Schlachten oder Kommandounternehmen als Hintergrund für eine Geschichte mit erfundenen Personen oder Handlungen. Unterschieden werden muss bei Kriegsfilmen zwischen Verfilmungen, die den Krieg als Action oder Abenteuer sehen und zwischen Antikriegsfilmen, deren Botschaft eine Mißbilligung des Krieges ist und vor allem auf seine Schrecken hinweisen. Zu den Hauptmerkmalen des erstgenannten Kriegsfilms zählen dabei Heldengeschichten, in denen der Protagonist seine Angst überwindet und durch seinen Mut eine Schlacht oder ein Gefecht für sich und seine Einheit entscheidet, während der Hauptheld eines Antikriegsfilms eher auf Distanz zu dem Geschehen geht und seinen Sinn hinterfragt.
Zu den frühen Antikriegsfilmen gehört der Klassiker „Im Westen nichts Neues“, der 1930 nach einem Roman von Erich Maria Remarque entstand und im 1. Weltkrieg spielt. Der Film verzichtete auf Heldengeschichten und verurteilte klar den Krieg und seine Schrecken. Dadurch wurde er in Deutschland zu einem Politikum, da er den Nationalsozialisten mißfiel, die das Verbot des Films betrieben und sich schließlich durchsetzten.
Eher typische Kriegsfilme sind „Der Längste Tag“ , „Luftschlacht um England“ und „Die Brücke von Arnheim“, die mit großem Aufwand und großer Starbesetzung wichtige Schlachten des 2. Weltkrieges aufzeigten, ohne den Sinn des Krieges generell in Frage zu stellen.
Zu den erfolgreichsten deutschen Kriegsfilmen gehören „Die Brücke“, „Das Boot“ und „Der Untergang“.
Häufig findet man Elemente des Kriegsfilms auch in anderen Genres. Für seine Star Wars-Filme ließ sich George Lucas von alten Kriegsfilmen über den 2. Weltkrieg inspirieren. So erinnert der Angriff auf den Todesstern an den Streifen „Kampfgeschwader 633“, in dem britische Jagdbomber eine deutsche Festung in einem norwegischen Fjord angreifen, die nur durch einen gezielten Bombenabwurf zerstört werden kann.