Heimatfilm
In deutschen Heimatfilmen wird oft die so genannte heile Welt dargestellt. Schauplatz der Handlung, in der es meist um Liebe, Freundschaft und das Leben in einer Dorfgemeinschaft geht, sind typischerweise die Berge in Deutschland, Österreich oder der Schweiz neben Landschaften wie dem Schwarzwald.
Die Heimatfilme der 20er, 30er und der beginnenden 40er Jahre spielen oft in dörflichem Milieu, oft wurden die Romane Ludwig Ganghofers verfilmt.
Als Blütezeit des deutschen Heimatfilms sind die 50er Jahre anzusehen. Nach der Hitlerdiktatur und dem Zweiten Weltkrieg ist der Heimatfilm als ein Art Gegengewicht zu verstehen, der ein Gegenbild zum vergangenen Grauen in Form einer Idylle mit unzerstörter Landschaft, heilen Familien, Bewahrung bäuerlicher Tradition und einem Happy End schaffen wollte.
Mittelpunkt der Heimatfilme waren sehr oft die Autoritäten der Dorfgemeinschaft wir Pfarrer, Bürgermeister oder Förster. Angesiedelt waren diese Spielfilme meist in vom Krieg verschont gebliebenen Gegenden.
Inhaltlich-dramaturgisch arbeiten diese Film gehäuft mit Gegensatzpaaren. Gut und Böse sind voneinander getrennt und es geht oft um den Gegensatz von Alt und Jung, Arm und Reich, Stadt-und Landleben. Auch Tradition und Fortschritt werden einander oft gegenübergestellt.
Der Heimatfilm ist sehr oft im Bauern-oder Arbeitermilieu angesiedelt oder spielt im Ferienmilieu- im Kontrast steht dazu dann oft das Gutsherren-oder Adelsleben. Als Hauptpersonen fungieren neben den Autoritäten der Dorfgemeinschaft oft Feriengäste. Bauern, Bergsteiger oder Guts- Gasthof- und Hotelbesitzer.
Daneben tauchen im typischen Heimatfilm immer noch ein oder mehrer Vertreter sozialer Randgruppen auf: zum Beispiel Wilderer, Schmuggler oder Flüchtlinge.
Vom Geschehen her geht es im Heimatfilm oft um durchkreuzte Heiratspläne, Geschwisterrivalität, Rettung des Familienbesitzes. Pferdezucht und Jagd, Intrigen oder die Bedrohung der heilen Dorfgemeinschaft durch
Modernisierungsmaßnahmen.
Traditionelle Heimatfilme
Zu den traditionellen Heimatfilmen gehören unter anderem “Grün ist die Heide” (1950) mit Sonja Ziemann, Rudolf Prack und Willy Fritsch oder “Der Förster vom Silberwald/ Echo der Berge” (19579 mit Rudolf Lenz, Anita Gutwell und Lotte Ledl. 1955 entstanden “Die Mädels vom Immenhof” mit Heidi Brühl, Christiane König und Paul Klinger. Aus dem Jahr 1956 stammt “Die Fischerin vom Bodensee” mit Marianne Hold und Gerhard Riedmann.