Bollywood

Bollywood-Filme sind mittlerweile weltweit als indisches Pendant zu der amerikanischen Filmindustrie in Hollywood bekannt. Allerdings wird der Vergleich mit Hollywood in Indien nicht gern gesehen, da man sich mit der, rein auf kommerzielle Zwecke ausgerichteten, Industrie nicht identifizieren kann. Bollywood ist viel mehr als Film, es ist eine Art Lifestyle. Immer mehr Menschen sind von der Machart, den Themen und natürlich auch der Musik begeistert. Denn ein Bollywood-Film wäre keiner ohne Musik und Tanz. Besonders die realitätsferne Umsetzung der klassischen Themen, wie „eine Frau ist verliebt aber schon an einen anderen Mann versprochen“ und „ein Mann hat seine erste Frau verloren und steht mit den Kindern allein da“ fasziniert die vielen Fans. Die Filme geben die Möglichkeit zum Rückzug und der Erholung von unserer heutigen, stressigen Welt. Auch die Vermittlung von Werten wie Menschlichkeit, Freundschaft, Familienzusammenhalt und Ehrlichkeit hat sich die Filmindustrie Bollywood zur Aufgabe gemacht. So ist es nicht verwunderlich, dass sich insbesondere Menschen, die diese Werte in unserer Gesellschaft schmerzlich vermissen, sehr von den indischen Filmen angesprochen fühlen. Es gibt aber auch immer mehr spannende Aktion-Filme, deren Herkunft trotzdem sofort zu erkennen ist. Eine weitere Besonderheit dieser Filme ist, die für uns außergewöhnliche, für Indien aber normale, abendfüllende Spiellänge. Ein Film dauert mindestens drei Stunden, wenn nicht noch länger. Einzigartiger Bestanteil der Bollywood-Filme sind außerdem die sogenannten „Dream-Sequences“, die in den meisten Werken Verwendung finden. Sie werden nicht angekündigt und manchmal stellt es sich erst im Nachhinein heraus, dass es sich bei einer Szene um eine „Dream-Sequences“ handelte. Meistens wird ein Charakter plötzlich in einer völlig anderen Umgebung gezeigt und seine innersten Wünsche und Hoffnungen, oft in Form eines Songs mit Tanzeinlage, dargestellt. In Deutschland haben die Einspielungen von Bollywood-Filmen auf RTL2 für eine nicht enden wollende Welle der Begeisterung, insbesondere für den indischen Star Shah rukh Khan, gesorgt. Der in Indien fast als Gott verehrte, sympathische Schauspieler und Produzent hat viel für die weltweite Bekanntheit der indischen Filme getan. Sein Werk „Om Shanti Om“ sorgte im Februar 2008 auf der Berlinale für Aufregung. Shah rukh Khan plant für einen der nächsten Filme Szenen in Berlin zu drehen.